25.08.2026 – Lösung schon im Erstgespräch – ist es dann eine Methode? :-) Passiert mir tatsächlich manchmal.
Den Termin haben wir telefonisch vereinbart am Tag davor. Kurzfristig, weil es sich gut ausging.
15 Minuten vor dem geplanten Start unseres persönlichen Kennenlernens komme ich zur Ruhe, sitzend schau ich in den blitzblauen Himmel, mit zwei riesigen knallweißen Haufenwolken. Wie so oft meldet sich meine Neugier: Wer wird vor der Tür stehen, wenn ich öffne? Was bringt dieser Mensch mit, an Fähigkeiten, Ideen über die Welt, mentale Strategien, persönliche und beruflichem Hintergrund… welches Anliegen wird im Vordergrund stehen? Worum wirds dann wirklich gehen? Wieviel Freudenfreude wird für mich entstehen?
Ja, Freudenfreude. Im Gegensatz zu Schadenfreude. Die New York Times hat tatsächlich vor einigen Jahren einen Artikel dazu veröffentlicht. Ich zitiere: „Finding pleasure in another person’s good fortune is what social scientists call “freudenfreude,” a term (inspired by the German word for “joy”) that describes the bliss we feel when someone else succeeds, even if it doesn’t directly involve us. Freudenfreude is like social glue, said Catherine Chambliss, a professor of psychology at Ursinus College. It makes relationships “more intimate and enjoyable.” (Ganzer Artikel: https://www.nytimes.com/2022/11/25/well/mind/schadenfreude-freudenfreude.html)
Und dann klingelt es, ich öffne, herein bitte ich eine Frau, Mitte 30, wir setzen uns, und das sogenannte Erstgespräch beginnt. Erstes Thema: Karriere, sie ist sehr gut ausgebildet, berufserfahren, weiß gut, was sie will und was nicht, sucht seit ungefähr 6 Monaten. Aktuell frustrierend sind Ablehnungen in einer Geschwindigkeit, die sie der Verwendung von KI-Filtern auf Seiten der Unternehmen zuschreibt. Also verwendet sie ebenfalls KI, um ihre Unterlagen jedes Mal aufs Neue so anzupassen, dass die „andere“ KI sie nicht aussortiert. In diesem Loop wirkt sie etwas verzweifelt. Das zweite Thema ist sehr persönlich und wirkt stark in das erste hinein.
Das ist verständlich und ihre Situation völlig nachvollziehbar. Auch die Strategie von Unternehmen, die sich eine Verbesserung ihrer Recruiting-Prozesse durch KI-Integration erwarten, ist nachvollziehbar.
Während wir reden, komme ich auf meine Betriebstemperatur für Coaching – ich merke es zwar, finde aber die Bremse nicht und schon habe ich mit dem Einverständnis meiner Noch-Nicht-Klientin die Zeit fürs Erstgespräch um kostenlose 20 Minuten überzogen und ihr mit Einarbeitung weiterer persönlicher Information eine bewährte Strategie skizziert. Sie hat keine weiteren Fragen. Sie bedankt sich freundlich für meine Zeit, für „den wirklich guten Input“, den sie jetzt mal umsetzen wird. Termin braucht sie jetzt gerade keinen mehr. Beim Verabschieden fragt sie kurz nach den Kosten fürs KarriereCoaching. Besten Dank und auf Wiedersehen!
Ich würde mich ärgern, wenn ich nicht schon jetzt das Gefühl hätte, dass diese 50 Minuten wirklich, wirklich nützllich waren. Manchmal passiert es einfach so und peng! Lösung. Nach anderer, ähnlicher Gelegenheit hat mich Monate später eine gute Flasche Champagner erreicht. Ein weiteres Mal wars eine Empfehlung an die beste Freundin, die dann ihrerseits KarriereCoaching gebucht hat. Also freu ich mich einfach, wenns zu Lösingen kommt. Und damit zu meiner Freudenfreude.
