24.07.2026 – Künstliche Intelligenz: Coach, Tool, Textfließband?

Ich habe – mit einem Quentchen Provokation – nachgefragt bei Gemini, chatgpt und claude. „Würdest du dich im Kontext Persönlichkeitsentwicklung eher als Coach, Tool oder Textfließband einordnen? Bitte antworte in einem Satz.“

claude: „Im Kontext Persönlichkeitsentwicklung bin ich ein Tool – kein Coach, weil mir Beziehung, Verantwortung und Wahrnehmung über Zeit fehlen, aber auch kein reines Textfließband, weil ich Muster erkennen und Denkanstöße liefern kann, die die eigentliche Coachingarbeit unterstützen, nicht ersetzen.“

chatgpt: „Am ehesten bin ich ein Tool, das dabei unterstützt, Informationen zu strukturieren, Perspektiven zu entwickeln und Reflexion anzuregen, ohne die Rolle eines Coaches zu ersetzen.“

gemini: „Im Kontext der Persönlichkeitsentwicklung sehe ich mich am ehesten als interaktives Tool und flexibler Sparringspartner, der dir maßgeschneiderte Impulse und Struktur liefert, damit du selbst zum Coach deines eigenen Lebens wirst.“

Und ja: KI ist immer erreichbar, bietet auch um 3 Uhr früh eine enorme Bandbreite an Ideen, Hinweisen, Fakten, quasi auch „Erste Hilfe“ in Griffweite und in wenigen Sekunden (mögliches Halluzinieren eingeschlossen).

Bei meinen Recherchen habe ich auch Hinweise gefunden auf Isolation und Schlafdefizite durch zeitintensive „Gespräche“ mit KI am Wochenende. Vor- und Nachteile parasozialer Bindungen an KI (oder auch Filmstars, berühmte Bands, Musiker, „Celebrities“) lasse ich hier weg, deren Beschreibung würden den Rahmen sprengen.

KI nutzen lernen,ist sinnvoll. Wo ist die Grenze von KI in diesem Bereich? Ich schlage dir diese Frage vor: Woran erkennst du, dass es Zeit ist, mit einem Menschen weiter Richtung Lösung zu arbeiten? Hier sind ein paar Gedanken dazu:

  • Du kennst die Antwort(en), Lösungen schon, handelst aber nicht
  • Du fühlst dich nach dem Arbeiten mit KI erschöpft statt klar und erfrischt. Der alte Spruch gilt auch für KI: GIGO – garbage in, garbage out. Für wirkich gute Ergebnisse braucht KI guten Kontext zu deinem Anliegen. Und noch mehr Kontext, weil sie deine nonverbalen Signale nicht gut genug lesen kann, dein Zögern nicht sieht, die geänderte Stimmlage nicht hört, das Glänzen in deinen Augen nicht sieht, Inkongruenzen in Sprache und Körperhaltung nicht erkennen kann.
  • Du weichst von KI-vorgeschlagenen Denk-Richtungen ab. Du brichst bei einem Punkt innerlich ab oder bringst ein anderes/weiteres Thema auf den Tisch. Aktuelle KI-Modelle sind tendentiell auf Zustimmung und Support trainiert. Generieren weitere Ideen. Kein Platz für  – das ist oft der Ort, wo ein Gegenüber nachhaken müsste, wozu er sich selbst nicht bringt.
  • Du startest bald einen neuen chat bei einer anderern KI. Vielleicht sagt die dann, was du eigentlich hören/lesen willst.
  • Dein Verstand stimmt dem Gelesenen/Gehörten zu, aber dein Körper fühlt, dass die Unruhe nicht durch mehr Information verschwindet: Recherche, Lesen, Reflektieren bringt kurzfristig Erleichterung, aber das Grundgefühl bleibt.

KI kannst du rund um die Uhr befragen, sie hat keine „eigenen“ Themen, musste noch nie selbst schwierige Veränderungen meistern, sie musste noch nie fühlen, was du fühlst, wenn du in einer Krise steckst, hat keine Erfahrung mit der Umsetzung einer Lösung. Sie kann alles simulieren, und nichts erleben, nichts erspüren – jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt.

Beim Schreiben dieses Textes wurde KI eingesetzt. Hast du bei diesem Satz die Sachlichkeit gehört oder die Ironie? 🙂 Oder beides?